Hol dir Hilfe von außen: Warum wir anderen viel leichter Komplimente machen als uns selbst
- Viveka Rebecca Brauckhoff
- 3. Nov. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Mal ehrlich: Wann hast du das letzte Mal zu dir selbst gesagt: „Das habe ich richtig gut gemacht“? Und wann hast du das letzte Mal jemand anderem ein Kompliment gemacht?
Genau.
Es ist fast absurd, oder? Wir sehen die Stärken anderer mit Leuchtreklame, aber unsere eigenen nur im Kerzenlicht.
Warum das so ist
Unser Gehirn liebt Muster – und eines davon lautet: „Ich muss besser werden.“ Das war früher nützlich, um zu überleben. Heute sorgt es dafür, dass wir uns ständig optimieren wollen. Und weil wir uns selbst immer aus der Nähe sehen, sehen wir vor allem die Makel.
Andere dagegen sehen das ganze Bild: wie du dich einsetzt, was du erschaffst, wie du mit Rückschlägen umgehst. Sie sehen Licht und Schatten – und können trotzdem das Gute erkennen.
Wir selbst? Wir stehen zu dicht dran. Wie beim Schleifen eines Holzstücks: Wenn du mit der Nase über dem Material hängst, siehst du nur jeden noch so kleinen Kratzer. Erst mit etwas Abstand erkennst du wie glatt die Oberfläche bereits ist und wie einzigartig die Maserung.
Warum das gefährlich wird
Wenn du dich nie lobst, lernst du irgendwann: „Ich bin nicht genug.“ Und dieses Gefühl wirkt still, aber konstant. Es hemmt dich, wenn du eigentlich mutig sein willst. Es hält dich klein, wenn du dich zeigen willst. Und irgendwann brauchst du gar keine Kritik mehr von außen – du übernimmst das selbst.
Dabei ist Selbstlob kein Ego-Trip. Es ist emotionale Wartung. So wie du Werkzeug pflegst, damit es weiter präzise arbeitet, pflegst du mit Komplimenten an dich selbst dein Selbstvertrauen. Und auch wenn das schön wäre: ein gutes Selbstbewusstsein ist leider kein Schalter, den du einfach umlegst. Es ist wie das Arbeiten mit Holz. Du brauchst Geduld, Wiederholungen und die passenden Werkzeuge. Mit jedem neuen Stück (oder jedem ehrlichen „gut gemacht“) wirst du sicherer. Und irgendwann fällt dir nicht nur dein neues Holzprojekt leicht, sondern auch das Selbstlob danach – und dann kannst du so richtig stolz auf dich sein.
Der Trick: Hol dir Hilfe von außen
Wenn du dich selbst (noch) nicht ehrlich loben kannst, dann leih dir die Augen anderer. Mach’s ganz konkret – nicht als fishing for compliments, sondern als liebevolle Rückmeldung:
Frag Menschen, die dich sehr gut kennen und denen du vertraust:
„Was habe ich in den letzten Tagen gut gemacht?“ „Worauf könnte ich stolz sein, was ich vielleicht übersehe?“
Du wirst überrascht sein, was zurückkommt. Und das Spannende: Du kannst die Antworten nicht einfach wegdiskutieren, weil sie von außen kommen. Sie bringen dich raus aus der alten Schleife von „nicht genug“ – und helfen dir, dein Bild zu justieren.
Eine kleine Reflexionshilfe
Wenn du magst, schreib die Antworten auf kleine Zettel. Leg sie in ein Glas, in eine Holzschale oder hefte sie an eine Pinnwand. Das ist dein Selbstwert-Depot. An Tagen, an denen du an dir zweifelst, öffne es. Lies. Atme. Erinner dich: Andere sehen Dinge in dir, die du selbst längst vergessen hast.
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