Kopfmenschen: Warum wir immer alles überdenken
- Viveka Rebecca Brauckhoff
- 5. Nov. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Du kennst das sicher: Du liegst abends im Bett, willst eigentlich schlafen – und dein Gehirn denkt: „Lass uns nochmal die peinliche Situation von 2017 durchgehen.“
Herzlichen Glückwunsch. Du bist ein Kopfmensch. Willkommen im Club der professionellen Überdenkerinnen.
Wenn Denken zum Dauersport wird
Wir sind großartig im Denken. Analysieren, Planen, Abwägen – darin sind wir Weltmeisterinnen. Das Problem? Unser Kopf weiß nicht, wann Schluss ist.
Während andere schon handeln, prüfen wir noch die fünfte Eventualität. Und bevor wir „Ja“ oder „Nein“ sagen, haben wir innerlich alle Konsequenzen in 23 Paralleluniversen durchgespielt.
Das ist kein Charakterfehler. Das ist Schutz. Unser Gehirn will uns vor Fehlern bewahren. Es will sicherstellen, dass wir niemanden enttäuschen, keine Kontrolle verlieren, nicht scheitern. Nur – dabei vergessen wir zu leben.
Der Preis fürs ständige Grübeln
Das ständige Denken erschöpft. Denn jeder Gedanke ist Energie. Und wenn du in einer Endlosschleife festhängst, bleibt keine Kraft mehr fürs Jetzt. Dein Körper ist vielleicht da – aber dein Kopf wohnt in der Zukunft. Oder in der Vergangenheit. Und das Leben? Das passiert irgendwo dazwischen.
So paradox es klingt: Je mehr du versuchst, weniger zu denken, desto mehr denkt dein Kopf darüber nach, wie man weniger denken kann. Was also tun? Raus aus dem Kopf – rein in den Körper. Atmen. Bewegen. Etwas mit den Händen tun. Und ja – hier kommt Handwerk ins Spiel.
Handwerk statt Hirnkarussell
Wenn du sägst, schleifst oder ein Stück Holz in Form bringst, zwingst du deinen Kopf zur Pause. Denn Handwerk braucht Aufmerksamkeit. Präsenz. Gefühl. Oder kannst du etwa mit der Kettensäge hantieren und gleichzeitig mathematische Gleichungen lösen?
Nein, Handwerk zwingt uns also zur Konzentration ins Hier und Jetzt. Und: Der Klang, der Geruch, das Material – all das zieht dich aus dem Denken ins Spüren. Du kannst gar nicht mehr analysieren. Du bist einfach.
Und in genau diesen Momenten passiert Magie: Dein Kopf wird leise, und dein Körper übernimmt die Führung.
Weniger Denken, mehr Fühlen
Vielleicht musst du gar nicht „weniger denken“. Vielleicht darfst du einfach nur öfter fühlen. Das Holz unter deinen Fingern. Die Wärme in deiner Brust. Die Ruhe, die kommt, wenn du dich selbst wieder spürst.
Probiere es doch selbst einmal:
Nimm dir ein Stück Holz und ein Werkzeug. Ganz egal ob Säge, Bohrer oder Akkuschrauber. Und dann leg los. Ohne Plan oder konkreten Auftrag. Bohr lauter Löcher in das Stück Holz oder säge so viel davon ab bis es viele Einzelteile sind und dann fühl danach mal in dich hinein. Ist es nicht plötzlich ruhiger im Kopf? Ist da nicht eine gewisse stille Zufriedenheit, mit den Händen etwas gemacht zu haben?
Aber Vorsicht! Lass dich nicht vom Kopf austricksen, wenn er sofort anfängt mit Selbstzweifel: "Ist das gut genug?" "War das überhaupt richtig so?" "War das nicht Holz Verschwendung?". Ganz klar: Nein! Wenn wir Kaffee nutzen zum wach werden, dürfen wir dann nicht auch Handwerk nutzen um uns wieder zu fühlen?
Das Denken wird nie ganz aufhören – aber es verliert seine Macht, wenn du lernst, deinen Kopf und dein Herz wieder in Einklang zu bringen.
Wenn du spüren willst, wie sich das anfühlt – wenn du dich nach mehr Ruhe, Erdung und echtem Tun sehnst – dann ist das genau dein Moment:
Ein Kurs für Frauen, die aus ihrem Kopf zurück in ihr Leben finden wollen – mit Holz in der Hand, Herz im Mittelpunkt und Raum zum Atmen.




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